Das Elitegroup ECS DeskNote A530
lässt sich gut mit Linux
betreiben - seine größte Schwäche ist
selbstverständlich sein Prozessor von nur ca. 600 MHz Leistung
(gut für Office, schlecht für Gedaddel) - zugleich sorgt er
aber auch dafür, dass dieses Notebook sensationell leise (weil
lüfterlos !!!) ist - der Grund für mich, gerade dieses
Notebook zu kaufen (neben dem Preis von unter 700 Euro Ende 2003).
Übrigens sieht das A530 auch noch gut aus, und sein Akku hält
vier Stunden durch.
Ich habe, wie auf meinem häuslichen Rechner auch, Knoppix 3.3 in
der Version vom 6. 11. 2003 installiert. Das geht vollkommen problemlos
von der gebooteten CD mit Hilfe des als "root" ausgeführten
Scripts knx-hdinstall. Nach einem Reboot funktioniert alles unter
Berücksichtigung der folgenden Kommentare. Wer eine andere
Knoppix- oder Debianversion verwendet, sollte vor allem bei den
Kernelversionsnummern im Abschnitt "Modem" aufpassen und
sinngemäß ändern; über andere Linuxe außer
SuSE 9.0 (siehe im Abschnitt "Prozessor") kann ich nichts weiter sagen.
Das Notebook ist mit folgender
Hardware ausgestattet laut Ausgabe von lspci:
00:00.0 Host bridge: Transmeta Corporation LongRun Northbridge (rev 01)
00:00.1 RAM memory: Transmeta Corporation SDRAM controller
00:00.2 RAM memory: Transmeta Corporation BIOS scratchpad
00:05.0 Ethernet controller: Realtek Semiconductor Co., Ltd. RTL-8139/8139C/8139C+ (rev 10)
00:06.0 Multimedia audio controller: ALi Corporation M5451 PCI AC-Link Controller Audio Device (rev 02)
00:07.0 ISA bridge: ALi Corporation M1533 PCI to ISA Bridge [Aladdin IV]
00:08.0 Modem: ALi Corporation Intel 537 [M5457 AC-Link Modem]
00:09.0 VGA compatible controller: Silicon Integrated Systems [SiS] SiS315PRO PCI/AGP VGA Display Adapter
00:0a.0 USB Controller: VIA Technologies, Inc. USB (rev 50)
00:0a.1 USB Controller: VIA Technologies, Inc. USB (rev 50)
00:0a.2 USB Controller: VIA Technologies, Inc. USB 2.0 (rev 51)
00:10.0 IDE interface: ALi Corporation M5229 IDE (rev c4)
00:11.0 Bridge: ALi Corporation M7101 PMU
00:14.0 USB Controller: ALi Corporation USB 1.1 Controller (rev 03)
Prozessor: Transmeta Crusoe TM 5600 mit 599 MHz
Hat Probleme mit SuSE 9.0 - habe ich zwischendurch zu installieren
versucht, ging trotz Hotline nicht. Die Installation bricht im ersten
Drittel unvermittelt, aber reproduzierbar ab. Knoppix hat
überhaupt kein Problem damit.
Motherboard: ECS A530 mit Ami-BIOS 7.00
Arbeitsspeicher: 256 MB SDRAM
(davon im BIOS eingestellt: 16 MB Shared
Memory für die Grafikkarte)
Netzwerkkarte: Realtek RTL-8139
Wird von der Knoppix-Hardwareerkennung erkannt und automatisch
eingebunden.
Soundkarte: Ali Corporation M5451
Wird von der Knoppix-Hardwareerkennung erkannt und automatisch
eingebunden.
Modem: Ali Corporation Intel 537
(M5457 AC-Link Modem)
Das Modem hat mich als einzige Hardware-Komponente vor geahnte
Herausforderungen gestellt.
Im Internet gibt es zwei mögliche Treiber. Der erste ist von Intel
für den 537er Chipsatz geschrieben worden und war also auch meine
erste Wahl, aber den habe ich nicht in die Gänge gekriegt. Das
Problem ist, dass die Installationsanweisungen schon zu Beginn nicht
stimmen, und das setzt sich bei fortschreitender Installation fort. Ich
halte es für möglich, dass der Treiber zum Laufen gebracht
werden kann - aber es ist kein leichter Weg.
Der zweite ist für die Fa. SmartLink geschrieben und
unterstützt verschiedene Modems verschiedener Hersteller, darunter
auch dieses.
Voraussetzungen:
Zwingend notwendig ist die Verfügbarkeit der Kernel-Quellen -
leicht als root im Terminal mit apt zu kriegen:
apt-get install kernel-sources-2.4.22
(Wer wegen nicht funktionierenden Modems nicht ins Internet kann, muss
das auf einem anderen Computer erledigen und die Datei also z. B.
über debian.org oder rpmseek.com suchen und nach dieser
Anweisung vorgehen).
Anschließend ist die Treiberdatei zu beschaffen. Die ich
verwendet habe, heißt "slmodem-2.9.5.tar.gz" und ist
hier
zu kriegen.
Die Datei in irgendeinem Verzeichnis auspacken:
$ gzip -dc slmodem-2.9.5.tar.gz | tar xf -
Dann ins ausgepackte Verzeichnis wechseln:
$ cd slmodem-2.9.5
Hier ist nur eine Datei zu bearbeiten, nämlich die Datei Makefile.
Hier ist relativ weit oben eine Zeile über den Ort der
Kernelquellen, die folgendermaßen geändert werden muss:
KERNEL_DIR:=/usr/src/linux-2.4.22
Anschließend geht es mit folgenden klassischen Befehlen als root
(!) weiter:
make
make install
Das sind die Vorbereitungen. Zum Aktivieren des Modems geht es dann so
weiter:
modprobe slamr
/usr/sbin/slmodemd --country=GERMANY /dev/slamr0
Jetzt muss, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen ist, das Modem
bereits funktionieren - und zwar unter folgenden beiden
Gerätenamen:
/dev/ttySLO (das ist ein symbolischer Link der auf /dev/pts/1 verweist)
und
/dev/pts/1
Leider kann kppp nichts mit diesen beiden Geräten anfangen. Ich
habe deswegen einen weiteren symbolischen Link von /dev/modem zu
/dev/pts/1 angelegt:
ln -s /dev/pts/1 /dev/modem
(falls die Datei /dev/modem/ schon vorher bestanden hat, gibt es hier
eine Meldung - dann muss sie vorher gelöscht werden und der Link
muss anschließend noch einmal angelegt werden!)
Wenn es keine Meldung gibt, hat alles geklappt.
Jetzt kann "kppp" mit dem Gerät "/dev/modem" eingerichtet werden
und sollte
mit dem Befehl "Modem abfragen" korrekte Ergebnisse liefern.
Um diesen Prozess zu automatisieren, liegt in dem Verzeichnis, in das
der Treiber ausgepackt worden ist, im Unterverzeichnis "scripts/debian"
ein Skript mit dem Namen "slmodem". In diesem sollte die Zeile
"SLMODEMD_COUNTRY=USA" in "SLMODEM_COUNTRY=GERMANY" geändert
werden (unter der Überschrift "# Default configuration". Dann
sollte das Skript für alle BenutzerInnen ausführbar gemacht
und in das Verzeichnis "/etc/init.d" kopiert werden.
Noch nicht
gelöste Probleme:
Aus mir unbekannten Gründen funktioniert das automatische Laden
des Treibers über "/etc/init.d" in verschiedene Runlevel nicht
korrekt. In einem Terminal funktioniert später der Befehl
"/etc/init.d/slmodem start" aber problemlos. Das gebe ich einfach ein,
bevor ich "kppp" starte.
Wer weiß, wie das Problem behoben werden kann, sollte mir eine
Mail schicken, damit ich das
hier nachtragen kann.
Noch zu klären wäre die Benutzung von kppp als Normaluser.
Hier kriege ich bisher eine Fehlermeldung, die ich noch nicht
weggekriegt habe und die (natürlich) mit fehlenden Rechten zu tun
haben muss - aber wo? Mail hoch willkommen.
Grafikkarte: SiS 315Pro (im
BIOS mit 16 MB Memory eingestellt)
Wird von der Knoppix-Hardwareerkennung erkannt und
als VESA-kompatible Karte eingebunden.
Für den Fall, dass der S-VHS-Ausgang genutzt
werden soll, reicht das nicht - dann gibt es eine relativ komplizierte
Anleitung auf der ECS-Homepage,
wie ein hauseigener Treiber unter XFree zum Laufen gebracht werden
kann. Das ist mit viel
Aufwand verbunden - wer Geduld hat, sollte auf eine der nächsten
XFree-Versionen warten, in
der die Grafikkarte eingebunden sein wird. Für alle anderen Zwecke
funktioniert der
VESA-Treiber in allen Auflösungen bestens.
Festplatte: Fujitsu MHS2030AT - 30 GB
CD-ROM Slimtype Combo LSC-24081
Brennt nach Erstbekanntmachung mit k3b problemlos.
USB 2.0
Touchpad
Wird von der Knoppix-Hardwareerkennung erkannt und
automatisch eingebunden.
Das ECS A530 hat keinen PS/2-Anschluss. Wer auf eine
Maus nicht verzichten möchte, sollte bereits bei der
Knoppix-Installation eine USB-Maus
und/oder Tastatur eingestöpselt haben - dann ist auch hier nichts
nachzukonfigurieren.
Ausgänge:
Mikrofon in
Line Out
Modem
Netzwerk CAT5
4x USB 2.0
VGA
Parallel
S-VHS
Was fehlt:
Diskettenlaufwerk (ein USB-Laufwerk kann wie eine USB-Festplatte, ein
Kartenleser oder ein USB-Speicherstick problemlos eingebunden werden -
dazu gibt's Anleitungen en masse im Internet).
PCMCIA-Schnittstelle
Firewire (schade, aber es ist eben ein preiswertes Notebook)
Energiesparmodi: Das Notebook lässt sich nicht in einen
Energiesparmodus versetzen.
Vor er endgültigen Leere des Akkus warnt der aber mit
Geräuschen, noch lange mit der Arbeit
fortzufahren.
Mails hierzu an <peter.handrich_at_web.de>.
ANHANG:
Debianpakete von der eigenen Festplatte
her installieren
Um Debianpakete von der Festplatte zu installieren,
muss man dafür ein Verzeichnis zur Verfügung
stellen - hier: /debianinstall.
Dazu muss folgender Eintrag in der Datei
"/etc/apt/sources.list" möglichst weit vorne vorhanden sein:
deb file:/debianinstall ./
Außerdem muss nach Hinzufügen eines Paketes
im gleichen Verzeichnis die Datei "Packages.gz"
aktualisiert werden - am einfachsten durch
Ausführen des Scripts "packages-update" daselbst.
Das Script "packages-update" muss
ausführbar gemacht werden und folgendermaßen aussehen:
#! /bin/sh
cd /dokumente/debianinstall
apt-ftparchive packages . | tee ./Packages
| gzip >./Packages.gz
Dieser Bericht wurde für TuxMobil(DE) zur Verfügung gestellt von
Peter Handrich <peter.handrich_at_web.de>.