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Linux auf dem MEDION MD6100 (Aldi Laptop)

Dieses Dokument beschreibt die Installation von Debian [Externer Link] Woody/Testing auf einem Medion [Externer Link] MD6100 Notebook (verkauft bei Aldi Nord im Februrar 2003). Es wurde TuxMobil(DE) zur Verfügung gestellt von Sven Jordan [Externer Link].

Features des Notebooks

Das MEDION MD6100 ist ein mit 2,6 GHz Intel P IV, 512 MB DDR-RAM und eine GeForce 4 488 go ausgestattetes Notebook. Zusätzlich ist ein DVD/CD-RW-Kombolaufwerk integriert. Es gibt einen TV-Out, eine serielle, eine parallele Schnittstelle, FIR-Infrarot-Port, Firewire und 3 USB Anschlüsse. Zur Erweiterung existiert ein PCMCIA-Slot.

Debian Installation

Zunächst muss man sich darüber klar sein, ob man das vorinstallierte MicroSoft Windows XP(tm) noch benötigt, oder nicht. Ich habe mich zunächst entschieden es auf der 1. Partition zu lassen, was den Vorteil hat, dass ich bei Hardwareproblemen einfach noch einmal nachschauen kann, was MicroSoft Windows über die Hardware weiß.

Booten von CD und einfache Installation nach angemessener Partitionierung der Platte war völlig problemlos. Die Module habe ich zunächst außen vor gelassen. Ich habe zunächst den kernel-2.4.18-bf2.4 installiert, um in den Genuss des Ext3-Filesystems zu kommen. Am Boot-Prompt #: bf24 eingeben. Danach wie gewohnt installieren, was man so benötigt.

Ich habe danach ein Dist-Upgrade auf Debian Testing durchgeführt, es sollte jedoch auch ohne Upgrade problemlos laufen (genaugenommen kann ich sagen, dass zumindest XFree86 in beiden Versionen mit den nVidia-Treibern läuft, s.u.).

Hardware Unterstützung

Powermanagement (ACPI)

Das Notebook kommt mit einer scheinbar recht schlecht implementierten ACPI-Unterstützung daher. Powermanagement ist nur via ACPI funktionsfähig, die Implementierung im Kernel-2.4.18 ist noch recht dürftig

Um die Powermanagementfähigkeiten des Rechners nutzen zu können, habe ich zunächst einen eigenen Kernel-2.4.18 gebaut. Dies führte aber nicht zu verwertbaren Ergebnissen. Die Fehler:

Beim Anstecken des Netzteils verabschiedete sich der Rechner mit Kernelpanic, ebenso beim abziehen, wenn er mit Netzteil gestartet wurde. Kernelpanic auch, wenn der Akku vollständig aufgeladen wurde. Ein kurzer Tipp auf den Powerbutton reagierte gar nicht, bei einem längeren Tipp gab's einen harten Poweroff (wie gut dass es ext3 gibt) Der Kernel-2.4.18 ist für dieses Notebook definitiv zu alt.

Also habe ich mir erstmal die aktuellen Kernelquellen 2.4.20 und den patch auf kernel-2.4.21-pre5 besorgt (http://www.kernel.org [Externer Link]), dazu die aktuellen acpi-patches von http://sourceforge.net/projects/acpi [Externer Link].

Kernelquellen nach /usr/src/ entpacken, den Patch einspielen. Danach muss dann der ACPI-Patch eingespielt werden. Der machte Probleme, weil zahlreiche Pfade nicht mit den original Kernelquellen übereinstimmen. Eine korrigierte Fassung gibt's hier. . Dieser Patch muss in das Verzeichnis /usr/src/linux-2.4.20 kopiert werden und kann dann mit zcat acpi-20030228-2.4.21-pre4.diff.gz | patch -p0 eingespielt werden.

Um die Konfiguration etwas zu vereinfachen, genügte es bei mir die vorhandene /boot/config-2.4.18-bf2.4 mittels cp /boot/config-2.4.18-bf2.4 /usr/src/kernel-source-2.4.18/.config-2.4.18-bf2.4 nach /usr/src/linux-2.4.20/.config zu kopieren. Danach ein make menuconfig (config, xconfig, je nach Preferenz).

UPDATE vom 09.03.2003 Ich habe den Kernel inzwischen ohne SMP-Unterstützung übersetzt. Das führte dazu, dass sich das Modem mittlerweile ansprechen läßt. Hier meine neue Config-Datei.

Alle ACPI-Funktionen als Modul aktivieren. Beim Kompilieren stellte ich fest, dass es etwas Ärger mit einem WAN Interface Modul gab. Ich habe daraufhin in den Netzwerkoptionen den gesamten WAN-Zweig deaktiviert.

Danach die üblichen Schritte: make dep & make bzImage & make modules & make modules_install oder make-kpkg kernel-image und den Kernel mit dpkg installieren.

Nach einem Reboot mit aktuellem Kernel läßt sich das Netzteil beliebig ein- und ausstöpseln, der Powerbutton macht (auch aus X heraus) einen sauberen Shutdown. Der Batteriestatus läßt sich mit gkrellm2 und acpi-Plugin anzeigen. Alles schon ziemlich prima.

XFree86-4.x , Grafikkarte GeForce 4 488 go und das Touchpad

Die Karte kann mit vesa-Treiber über dpkg-reconfigure xserver-xfree86 konfiguriert werden. Doch um die 3D-Features der eingebauten Grafikkarte voll nutzen zu können, benötigt man die nVidia-kernel-Treiber und die nVidia-GLX-Module für XFree86-4. Zur Installation benötigt man die passenden Kernel-Includes, die nach der Installation eines eigenen Kernels ja bereits vorhanden sind unter /usr/src/linux-2.4.20. Zunächst muss der nVidia-kernel-Treiber installiert werden. Ein einfaches

$ cd /usr/src
$ tar -xzvf NVIDIA_kernel-1.0-4191.tar.gz
$ cd NVIDIA_kernel-1.0-4191
$ make SYSINCLUDE=/usr/src/kernel-header-2.4.20/include

müsste genügen, um dies zu bewerkstelligen. Danach in /usr/src die Datei NVIDIA_GLX-1.0-4191.tar.gz entpacken.

$ cd /usr/src/NVIDIA_GLX-1.0.191/
$ make install

In der XF86Config-4 müssen nun noch einige Veränderungen vorgenommen werden.

In der Section "Module" müssen die Einträge

Load "GLcore"
Load "dri"

entfernt werden.

Die Section "Device" enthält :

Section "Device"
        Identifier        "nvidia"
        Driver            "nvidia"
EndSection

und die Section "Screen"

Section "Screen"
        :
        :
        Device          "nvidia"
        :
        :
EndSection

Bei Fragen findet sich die Datei /usr/src/NVIDIA_GLX-1.0.191/usr/share/doc/README.DE , wo der gesamte Installationsvorgang nochmals erklärt wird.

Das Touchpad ist ein Synaptics PS/2 Touchpad, sagt zumindest MicroSoft Windows XP (tm), doch es wird nicht von dem bei TuxMobil [Externer Link] erhältlichen Treiber unterstützt. Ich habe bereits Kontakt zu den Maintainern aufgenommen. Das Touchpad läuft aber inklusive Fingertap als /dev/psaux mit Treiber PS/2 UPDATE vom 21.03.2002 Synaptics-Treiber: Ich habe den Treiber gegen die aktuellen XFree86-Quellen kompiliert und dazu den Quelltext leicht modifiziert. In der Datei synaptics.c habe ich die folgenden Zeilen auf Grund von Problemen mit der XINPUT-Version die Zeilen, die "ABI" enthalten, gegen den Wert 0 ausgetauscht. Danach lief das Touchpad. Allerdings reagiert X jetzt recht instabil auf das Umschalten zur Konsole. Diese bleibt einfach schwarz (evtl. läßt sie sich dur Fn-F3 zurückholen) und X stürzt gelegentlich ab. Habe bereits bzgl. dieses Problems Kontakt zu David aufgenommen. Es scheint aber im wesentlichen mit den Debian-spezifischen Patches von X zusammenzuhängen. Hier nun die Modifikation in der synaptics.c. Auszug aus dem Original:

#ifdef XFree86LOADER

static XF86ModuleVersionInfo VersionRec =
{
        "synaptics",
        MODULEVENDORSTRING,
        MODINFOSTRING1,
        MODINFOSTRING2,
        XF86_VERSION_CURRENT,
        1, 0, 0,
        ABI_CLASS_XINPUT,
        ABI_XINPUT_VERSION,
        MOD_CLASS_XINPUT,
        {0, 0, 0, 0}                            /* signature, to be patched into
 the file by
                                                                 * a tool */
};

Meine Modifikation.
#ifdef XFree86LOADER

static XF86ModuleVersionInfo VersionRec =
{
        "synaptics",
        MODULEVENDORSTRING,
        MODINFOSTRING1,
        MODINFOSTRING2,
        XF86_VERSION_CURRENT,
        1, 0, 0,
        0,
        0,
        MOD_CLASS_XINPUT,
        {0, 0, 0, 0}                            /* signature, to be patched into
 the file by
                                                                 * a tool */
};

Danach einfach die Einträge aus dem README in XF86Config-4 übertragen, und das Touchpad lief hier. Hier die alten Eintrage aus der XF86Config. Für Touchpad siehe das README zum Treiber.

Section "InputDevice"
        Identifier      "Configured Mouse"
        Driver          "mouse"
        Option          "CorePointer"
        Option          "Device"                "/dev/psaux"
        Option          "Protocol"              "PS/2"
        Option          "Emulate3Buttons"       "true"
        Option          "ZAxisMapping"          "4 5"
EndSection

Die Scrolltasten habe ich noch nicht zur Mitarbeit bewegen können. (Scrollfunktion vgl. Synapticstreiber, s.o.). Für evtl vorhandene USB-Mäuse (bei mir eine Logitech) kommt noch der Eintrag:

Section "InputDevice"
        Identifier      "Generic Mouse"
        Driver          "mouse"
        Option          "SendCoreEvents"        "true"
        Option          "Device"                "/dev/input/mouce0"
        Option          "Protocol"              "ImPS/2"
        Option          "Emulate3Buttons"       "true"
        Option          "ZAxisMapping"          "4 5"
EndSection

In der Section "ServerLayout"

Section "ServerLayout"
        Identifier      "Default Layout"
        Screen          "screen1"
        InputDevice     "Generic Keyboard"
        InputDevice     "Configured Mouse" "CorePointer"
        InputDevice     "Generic Mouse" "SendCoreEvents"
EndSection

Hierbei sind vor allem die Eintragungen "CorePointer" und "SendCoreEvents" wichtig.

Danach sollte X bereits mit Touchpad, und USB-Mouse laufen, sofern die USB-Module geladen sind. TV-Out funktioniert auch. Nachzulesen in der Nvidia-Doku http://download.nvidia.com/XFree86_40/1.0-4191/NVLinuxNotes4191.pdf [Externer Link]

Das Modem

UPDATE vom 09.03.2003 Das Modem läuft inzwischen. Dazu musste zunächst die SMP Unterstützung im Kernel deaktiviert werden. Der pctel-Treiber funktioniert ebensowenig, wie der slmdm-Treiber, der unter http://www.smlink.com erhältlich ist. ABER: Nach langem suchen auf LinModems [Externer Link] fand ich einen Link zur Version slmdm-2.7.10.tar.gz [Externer Link]. Dieser Treiber lies sich nach einfacher Änderung des Pfades zu den Kernel-Includes installieren und siehe da, dass Modem funktioniert. Auch dieser Treiber unterliegt allerdings nicht der GPL.... ;-(. Installation: Treiber in ein Verzeichnis entpacken und in das Verzeichnis wechseln.

Makefile editieren mit einem Editor der Wahl und die Zeilen

ifndef KERNEL_INCLUDES
 KERNEL_INCLUDES:= /usr/src/linux/include
endif

zu
ifndef KERNEL_INCLUDES
 KERNEL_INCLUDES:= /usr/src/linux-2.4.21-pre5/include
endif

ändern.

$ make
$ make install

danach die Treiber laden mit

$modprobe slmdm
$modprobe slamrmo
$modprobe slfax

Bei der Installation wird ein Device /dev/ttySL0 angelegt, dass sogleich mit /dev/modem verlinkt wird.
Wer das nicht möchte, sollte seinen Link /dev/modem neu setzen.

Danach mit Minicom, wvdial oder bei Debian mit pon/poff die Modemverbindung aufbauen....

Infrarot-Schnittstelle

Scheint außnahmsweise mal unkritisch zu sein. Es handelt sich um einen SMC-kompatiblen FIR-Baustein. Ein einfaches modprobe smc-ircc reicht, um den Treiber zu laden. Alles weitere ist dem InfraRot-HOWTO [Externer Link] zu entnehmen. Mein Siemens S35 Handy hat jedenfalls bereits mit dem Laptop gesprochen.

Soundkarte

Die Soundkarte läßt sich mittels Kernelmodul i810_audio ansprechen.

Firewire

Die Module ieee1394 und ohci1394 lassen sich installieren, leider besitze ich keine FW-Geräte.

USB

USB läuft über das Modul usb-ohci.

CD-Brenner Funktion

Laden des Modules ide-scsi und Eintrag der Zeile append="hdc=ide-scsi" in /etc/lilo.conf brachten unmittelbaren Erfolg.

PCMCIA

Läuft hier scheinbar. WLAN-Karte wurde erkannt. und fehlerfrei initialisiert.

lspci

Auf Wunsch von Werner Heuser hier noch die Kurzausgabe von lspci.

00:00.0 Host bridge: Silicon Integrated Systems [SiS]: Unknown device 0648 (rev 03)
00:01.0 PCI bridge: Silicon Integrated Systems [SiS] SG86C202
00:02.0 ISA bridge: Silicon Integrated Systems [SiS] 85C503/5513 (rev 14)
00:02.3 FireWire (IEEE 1394): Silicon Integrated Systems [SiS] FireWire Controller
00:02.5 IDE interface: Silicon Integrated Systems [SiS] 5513 [IDE]
00:02.6 Modem: Silicon Integrated Systems [SiS] Intel 537 [56k Winmodem] (rev a0)
00:02.7 Multimedia audio controller: Silicon Integrated Systems [SiS] SiS7012 PCI Audio Accelerator (rev a0)
00:03.0 USB Controller: Silicon Integrated Systems [SiS] SiS7001 USB Controller (rev 0f)
00:03.1 USB Controller: Silicon Integrated Systems [SiS] SiS7001 USB Controller (rev 0f)
00:03.2 USB Controller: Silicon Integrated Systems [SiS] SiS7001 USB Controller (rev 0f)
00:03.3 USB Controller: Silicon Integrated Systems [SiS] SiS7002 USB 2.0
00:04.0 Ethernet controller: Silicon Integrated Systems [SiS] SiS900 10/100 Ethernet (rev 90)
00:0c.0 CardBus bridge: ENE Technology Inc CB1410 Cardbus Controller
01:00.0 VGA compatible controller: nVidia Corporation: Unknown device 0187 (rev a2)

Allgemeine Bewertung

Nach Installation des aktuellsten 2.4er Kernels läuft alles so weit, wie ich mir das vorstelle. Die Akkulaufzeit liegt bei knapp 2 Stunden im Normalbetrieb, Tuxracer läßt sich bei vollem Akku nur eine halbe Stunde spielen.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden, vor allem, wenn ich es mit den Problemen die mir mein Elitegroup Desknote 929 gemacht hat, vergleiche. Die Komponenten, die Medion verbaut hat scheinen wirklich nicht von der schlechtesten Qualität zu sein, und das bei einem Preis von 1500 Euro.

Anhang

Diese zusätzlichen Infos stammen von Joachim Kalden <jk_at_jkalden.de>: Ich habe mich gefragt, wie man die Zusatzknöpfe auf der Laptop-Tastatur (Email, Browser und die Windows- und Windows-Menü-Tasten) belegen kann und habe (auf SuSE 8.1) folgende Lösung (für KDE) entwickelt:

  • 1. Man installiere lineakd [Externer Link]
  • 2. Man ergänze die Datei /etc/lineakkb.def um folgenden Eintrag in der Section "Laptop/notebook":
    [MD6100]
            brandname               = "Medion"
            modelname               = "MD 6100"
            [KEYS]
                    Email           = 236
                    Webbrowser      = 178
                    Windows         = 115
                    WinMenu         = 117
            [END KEYS]
    [END MD6100]
    
  • 3. Anschließend lineakd -c MD6100 eingeben. Jetzt sollte ein File namens lineakd.conf im Verzeichnis ~/.lineak/ existieren.
  • 4. Jetzt in dieser Datei die Eintr\344ge nach eigenem Belieben editieren, z.B.
    Email       = kmail
    Webbrowser  = mozilla
    Windows     = "kfmclient openProfile filemanagement"
    WinMenu     = kwrite
    
  • 5. Damit bei jedem Start die Tasten gleich funktionieren, einen Link auf "lineakd" im Autostart-Dir ablegen: ln -s /usr/bin/lineakd ~user/.kde/Autostart
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Letzte Änderung Mon Nov 12 2007 · http://tuxmobil.de/medion_md6100.html · Copyright © Werner Heuser 1997-2014